Pixel C: Der Edel-Androide von Google

Inhalt

Auf einer Seite lesen

  1. Seite 1 ? Der Edel-Androide von Google
  2. Seite 2 ? Tastatur wird per Induktion geladen

Das Pixel C ist das erste Google-Tablet, das nicht von einem bekannten Hersteller in Auftragsfertigung gebaut wurde. Weder Samsung noch Asus sind also für die Einzelheiten zuständig, sondern Google selbst. Das muss aber nicht schlecht sein. Im Gegenteil, wie der Test von Golem.de zeigt.

Das Ende September 2015 vorgestellte Tablet trägt den Namen der bisherigen Top-Chromebooks von Google, und das nicht ohne Grund: Bereits auf den ersten Blick sind die Designparallelen zwischen den Geräten sichtbar, vom Metallgehäuse mit klaren Kanten bis zur vierfarbigen LED-Leiste auf der Rückseite.

Das Pixel C wirkt bereits beim ersten Anfassen sehr hochwertig: Das Gehäuse ist aus dunkelgrauem mattem Aluminium, die Kanten sind nur leicht abgerundet. Dadurch sind sie noch gut sichtbar, das Tablet liegt dennoch gut in der Hand, auch über längere Zeiträume. Für ein 10,2-Zoll-Gerät ist das Pixel C recht kompakt. Mit 242 mal 179 Millimetern ist es aber etwas größer als das aktuelle iPad Air. Zudem ist es mit sieben Millimetern geringfügig dicker, was allerdings immer noch als dünn gelten dürfte. Das Gewicht liegt bei 521 Gramm, etwa 70 Gramm mehr als das iPad Air wiegt.

Überzeugendes Display, starker Chip

Das LC-Display löst mit 2.560 mal 1.800 Pixeln auf. Mit einer Pixeldichte von 308 ppi ergibt das ein ausreichend scharfes Bild. Die Farben sind natürlich, zudem ist der Bildschirm äußerst blickwinkelstabil: Auch wenn wir das Display stark von der Seite aus betrachten, verringert sich die Helligkeit kaum; auch die Farben bleiben stabil. Mit durchschnittlich 516 cd/qm ist das Display zudem sehr hell.

Im Inneren arbeitet mit Nvidias Tegra-X1-Prozessor einer der aktuell leistungsfähigsten SoCs im Mobile-Bereich. Im Single-Test des Geräte-Benchmarks Geekbench 3 kommt der Chip auf 1.340 Punkte, was auf dem Niveau des Snapdragon 810 liegt. Seine Stärke spielt der Tegra X1 bei der GPU aus: Im Manhattan-Test des GFX-Benchmarks erreicht das Tablet einen Offscreen-Wert von 54 fps. Zum Vergleich: Das Nexus 6P mit seinem Snapdragon 810 kommt hier mit 24 fps im kalten Zustand nicht einmal auf die Hälfte der Leistung.

Im Icestorm-Unlimited-Test des 3DMark erreicht das Pixel C 40.256 Punkte. Auch das ist ein Ergebnis, das weit über dem der Qualcomm-Konkurrenz liegt. Selbst das iPad Pro mit seinem starken A9X erreicht hier mit 33.024 Zählern merklich weniger.

Leider kein Steckplatz für Micro-SD-Karten

Im Alltag macht sich die Prozessorausstattung in einem äußerst flüssig laufenden Betriebssystem bemerkbar. Zusammen mit den drei Gigabyte LPDDR4-Arbeitsspeicher starten Apps schnell und laufen ruckelfrei. Auch bei grafisch aufwendigeren Spielen hat das Pixel C keine Probleme mit der Darstellung. Vom SoC her ist es hervorragend aufgestellt, Nutzer werden sich auch in den kommenden Jahren keine Gedanken um die Leistung machen müssen. Verglichen mit anderen aktuellen Android-Tablets liegt das Pixel C in dieser Hinsicht weit vorne.

Der interne Flash-Speicher ist wahlweise 32 oder 64 Gigabyte groß, einen Steckplatz für Micro-SD-Karten gibt es wie in den Nexus-Geräten nicht. Das ist einer der wenigen Kritikpunkte, die wir bei dem Tablet tatsächlich haben.Wird  es ? zusammen mit der optionalen Tastatur ? als Notebookersatz genutzt, könnten zumindest 32 Gigabyte recht schnell erreicht sein, zumal Nutzer nicht den kompletten Speicher nutzen können.

WLAN unterstützt das Pixel C nach 802ac, Bluetooth läuft in der Version 4.1. Ein GPS-Empfänger ist eingebaut, ein Mobilfunkmodem, mit dem man auch unterwegs auf mobile Verbindungen zugreifen könnte, fehlt hingegen. Dies ist ein zweiter kleiner Kritikpunkt, den wir haben ? besonders im Hinblick auf die Möglichkeit, das Tablet als Arbeitsgerät zu nutzen.

Vollwertige Tastatur im kompakten Format

Denn dies ist mit Hilfe der optional erhältlichen Tastatur in gewissem Rahmen möglich: Die Tastatur ist genauso groß wie das Tablet selbst und an den Tasten gemessen nur knapp über 5 Millimeter dick. Sie wiegt 399 Gramm, hat also bereits ein merkliches Eigengewicht. Zusammen mit dem Tablet kommt die Kombination auf stattliche 920 Gramm.

Die Chiclet-Tasten haben einen guten Anschlag, bei der Breite hat Google einen gelungenen Kompromiss erreicht: Der Buchstabenblock ist im Grunde genauso breit wie bei einer normalen PC-Tastatur, dank schmalerer Funktionstasten (Shift, Tab, Enter) ist das Keyboard aber insgesamt schmaler. Dadurch lässt sich tatsächlich ohne große Eingewöhnungsphase flott und zuverlässig auf der Pixel-C-Tastatur tippen. Wir vermissen allerdings Funktionstasten, etwa um direkt per Tastatur auf den Startbildschirm zu gelangen oder um in einer App zurückzugehen.

Die Tastatur wird über Bluetooth LE mit dem Pixel C verbunden, ein magnetisches Gelenk sorgt für die mechanische Verbindung. Dazu muss das Tablet nur mit der Rückseite an die Oberseite der Tastatur gehalten werden, die Magneten sind so stark, dass das Tablet sofort haften bleibt. Anschließend kann es wie ein Monitor im Winkelbereich von circa 90 Grad bis 180 Grad geschwenkt werden ? wobei 180 Grad einem flachen Aufliegen auf dem Untergrund entspricht.

News im Blickpunkt