Gehirn-Implantat lässt gelähmten Mann Gitarre spielen

Der gelähmte Ian Burkhardt kann durch einen Chip seine rechte Hand wieder benutzen.

Der gelähmte Ian Burkhardt kann durch einen Chip seine rechte Hand wieder benutzen.

Ian Burkhart kann zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder Objekte greifen, nachdem er nach einem Unfall von der Brust abwärts gelähmt ist. Ein in sein Gehirn implantierter Chip leitet die Signale um, sodass er seinen rechten Arm wieder benutzen und damit sogar ein Gitarren-Computerspiel spielen kann.

Ian Burkhart ist seit sechs Jahren von der Brust abwärts gelähmt, nachdem er einen Tauchunfall hatte. Doch nun kann er seinen rechten Arm wieder benutzen.

Gelähmter Mann kann durch Computerchip seine Hand wieder bewegen

Ian Burkhardt bekam in seine linke Gehirnhälfte einen Computerchip implantiert. Dieser leitet die Signale des Gehirns um, sodass der eigentlich gelähmte Mann, seinen rechten Arm wieder benutzen und sogar seine Finger einzeln bewegen kann. Dies erlaubt es ihm beispielsweise, Tassen zu greifen und selbstständig zu trinken und ein Gitarren-Computerspiel zu spielen.

Eigentlich werden die Signale, die das Gehirn an seine Hand sendet durch die Schäden an seiner Wirbelsäule blockiert. Der Chip jedoch sendet das Signal an einen Computer weiter. Dieser entschlüsselt diese Signale, um zu erkennen, was Ian Burkhardt nun genau tun wollte. Dieses entschlüsselte Signal wird an eine Manschette weitergegeben, die um den Arm des Gelähmten angebracht ist. Elektrische Impulse sorgen nun für Muskelkontraktionen. Es werden dabei immer die Muskeln stimuliert, die für die gewünschte Bewegung nötig sind. Ian Burkhardt denkt also an eine bestimmte Armbewegung und kann diese dann auch ausführen.

Die Technologie ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass Ian Burkhardt nicht nur Objekte greifen und halten kann. Er ist auch in der Lage, zwischen verschiedenen Stärken des Griffs zu unterscheiden. So kann er etwas fester zupacken, um die Tasse festzuhalten oder etwas sanfter, sodass er einen Löffel halten und bewegen und so seinen Kaffee umrühren kann. Woran es momentan noch hapert ist, einen bestimmten Druck auf die Finger auszuüben. Zwar kann er mit Fingern drücken, die Stärke lässt sich aber noch nicht regulieren. Die Forscher wollen nun die Anzahl der Elektroden an der Manschette drastisch erhöhen, sodass auch Feinmotorik möglich ist. Ian Burkhardt ist momentan der einzige Mensch, der diese Technologie nutzt. In Zukunft könnten dies aber mehr werden. /ab

Bild-Quellen: DIERK SCHAEFER / FLICK

News Redaktion am Donnerstag, 14.04.2016 13:14 Uhr

Tags: gehirn computerchip lähmung

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